Warum nicht jedes Piercing bei jedem Menschen funktioniert – was „anatomieabhängig“ bedeutet
- Dein Piercing
- 20. Juli 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 2. Jan.
Du hast das perfekte Pinterest-Bild gefunden, aber Deine Piercer:in sagt: 'Deine Anatomie passt nicht'? Das ist im ersten Moment enttäuschend, aber eigentlich ein Qualitätsmerkmal deines Studios. Wir erklären dir, warum ein 'Nein' zu einem Industrial oft der Startschuss für ein viel individuelleres Projekt ist.
Was bedeutet „anatomieabhängig“?
Unsere Anatomie ist die Gesamtheit all dessen, was unseren Körper ausmacht – also auch unsere Ohren, Nasen, Bauchnabel oder Brustwarzen. Wenn man bei einem Piercing von „anatomieabhängig“ spricht, bedeutet das: Es braucht eine bestimmte Körperstruktur, damit das Piercing überhaupt möglich ist.
Ein gutes Beispiel ist das Industrial Piercing. Um diesen Look mit zwei verbundenen Piercings im oberen Ohr zu bekommen, brauchst Du zwei geeignete 'Knorpelkanten' – eine vorne und eine hinten im Helixbereich. Wenn diese Strukturen bei Dir nicht ausgeprägt sind, kann das Piercing nicht umgesetzt werden – zumindest nicht so, wie Du es vielleicht von Fotos kennst.
Sind wirklich alle Piercings anatomieabhängig?
Ja. Auch wenn viele Piercings – wie zum Beispiel Ohrläppchen – fast immer möglich sind, hängt es letztlich bei jedem Piercing vom Körper ab. Selbst bei Ohrlöchern gibt es Unterschiede: Manche Menschen haben anhängende, andere angewachsene Ohrläppchen. Auch Narben, Muttermale oder frühere Verletzungen (alte Ohrlöcher) können die Platzierung beeinflussen.
Hier ein Beispiel für ein angewachsenes und ein nicht angewachsenes Ohrläppchen:


Welche Piercings gelten als besonders anatomiespezifisch?
Es gibt Piercings, bei denen die Anatomie eine besonders große Rolle spielt – weil der Bereich sehr individuell geformt ist oder weil bestimmte Voraussetzungen für eine gute Abheilung erfüllt sein müssen. Dazu gehören zum Beispiel:
Industrial
Snug
Forward Helix
Anti-Tragus
Septum
Bauchnabelpiercing
Nasenrücken (Bridge)
Augenbrauenpiercing
Brustwarzenpiercing
Surface- und Dermal-Piercings
Intimpiercings
Kein Körper ist wie der andere
Ob Helix, Bauchnabel oder Brustwarze – jede Körperstelle ist einzigartig. Unsere Ohren unterscheiden sich in Form, Größe, Winkel und Knorpeldicke. Auch Bauchnabel sind so individuell wie Fingerabdrücke: Manche sind tief, andere flach, manche nach außen gewölbt. All das beeinflusst, ob und wie ein Piercing sinnvoll gesetzt werden kann.
Industrial Piercing Alternative
Das klassische Industrial benötigt eine ausgeprägte Knorpelkante. Wenn Dein Ohr flacher geformt ist, würde der Stab auf das Gewebe drücken – Schmerzen und Entzündungen wären vorprogrammiert. Die Lösung: Das 'Custom Industrial'. Wir lieben es, stattdessen zwei Helix-Piercings mit einer hochwertigen Goldkette (Chain) zu verbinden. Das sieht nicht nur edler aus, sondern passt sich jeder Ohrform flexibel an. Entdecke hier unsere Chains für dein individuelles Ohr-Setup
Deine Anatomie beeinflusst auch den Heilungsverlauf
Manche Körperstellen lassen sich zwar piercen, benötigen aber ein ganz bestimmtes Schmuckdesign oder eine besondere Technik. Beispiel: Beim Nabelpiercing kann es sein, dass ein klassischer Bauchnabelstecker nicht passt – und ein sogenanntes Floating Navel Piercing die Alternative ist. Wird der falsche Schmuck verwendet, kann das zu schlechter Abheilung oder im schlimmsten Fall unschönen Narben vom herauswachsen führen.
Auch bei Brustwarzenpiercings spielt die Anatomie eine große Rolle. Flachere oder eingezogene Brustwarzen sind schwerer zu piercen und heilen meist langsamer. Zusätzlich können äußere Faktoren – wie enge BHs bei größerer Oberweite – den Heilungsverlauf beeinflussen.
Fazit: Gute Beratung ist entscheidend
Eine erfahrene Piercer:in wird sich immer die Zeit nehmen, Deine Anatomie genau anzusehen und ehrlich mit Dir zu sein – auch wenn das bedeutet, dass ein bestimmtes Piercing nicht möglich ist. Das ist kein Nein zu Deinem Wunsch – sondern ein Ja zu einem sicheren, langlebigen und schönen Ergebnis.
Tipp: Lass Dich immer individuell beraten. So findest Du das Piercing, das wirklich zu Dir passt – optisch und anatomisch.



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